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Wurzelkanaldesinfektion - Teil 3: Medikamentöse Einlage

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Länge:

21:38

Referentin:

Priv.-Doz. Dr. Rödig

Die medikamentöse Einlage in das Wurzelkanalsystem ist das Thema des dritten Vortrages von Priv.-Doz. Dr. Tina Rödig, Universitätsmedizin Göttingen. Sie stellt dar, wann man auf eine medikamentöse Einlage nicht verzichten kann und wie lange sie liegen sollte. Dr. Rödig erläutert, welche Substanzen empfehlenswert sind und auf welche Art sie am besten eingebracht werden.

Während man bei einem nicht infizierten Wurzelkanalsystem (Vitalexstirpation) gänzlich auf eine medikamentöse Einlage verzichten und die Wurzelbehandlung möglichst innerhalb einer Sitzung abschließen sollte, vermeidet das Einbringen antibakterieller Substanzen in einen kontaminierten Wurzelkanal eine bakterielle Rekolonisation zwischen den Behandlungen und ist somit absolut indiziert.

Dabei sind Calciumhydroxid-Präparate das Mittel der Wahl. Durch ihre kontinuierliche Freisetzung von Hydroxyd-Ionen werden die bakterielle Zellmembran sowie die DNA irreversibel geschädigt. Des Weiteren ist ihre gewebeauflösende, antiresorptive Wirkung zu nennen. Die Liegezeit von Calciumhydroxid-Präparaten sollte ein bis drei Wochen möglichst nicht unterschreiten.

Auch CHX-Gele eignen sich als medikamentöse Einlage, doch sind diese aufgrund ihrer fehlenden gewebeauflösenden Potenz nur in Fällen einer endodontischen Revision empfehlenswert.

Ledermix, ein Kombinationspräparat aus einem Kortikosteroid und Tetrazyklin, hat sich in Fällen einer akuten Schmerzsymptomatik des Patienten bewährt. Allerdings ist die durch das Kortikosteroid inaktivierte Immunabwehr als mögliche Ursache für eine verzögerte oder gar gänzlich fehlende Heilung der periapikalen Läsion in Betracht zu ziehen.

Vom Einsatz von Chlorphenolpräparaten sollte aufgrund deren unspezifischen Toxizität, ihrer gewebeschädigenden Wirkung und ihres möglichen kanzerogenen Potentials abgesehen werden.

Die Applikation der medikamentösen Einlage kann durch ein Lentulo oder mittels geeigneter Injektionssysteme erfolgen. Bevor allerdings die definitive Wurzelfüllung eingebracht wird, sollte durch einen hochvolumigen, mitunter ultraschallaktivierten Spülvorgang ein vollständiges Entfernen der medikamentösen Einlage sichergestellt werden.

Inhalte des Expertenvideos

Die Desinfektion des Endodonts sowie die Vermeidung einer Reinfektion sind die Ziele einer medikamentösen Einlage.
Die Desinfektion des Endodonts sowie die Vermeidung einer Reinfektion sind die Ziele einer medikamentösen Einlage.
Durch den Einsatz von Calciumhydroxid kommt es zu einer deutlichen Bakterienreduktion im Wurzelkanalsystem.
Durch den Einsatz von Calciumhydroxid kommt es zu einer deutlichen Bakterienreduktion im Wurzelkanalsystem.
CHX-Gele sind vor allem als medikamentöse Einlage eines endodontisch revidierten Wurzelkanals empfehlenswert.
CHX-Gele sind vor allem als medikamentöse Einlage eines endodontisch revidierten Wurzelkanals empfehlenswert.
Frakturierungen und Extrusionen der Einlage nach periapikal sind die Gefahren des Einsatzes eines Lentulos.
Frakturierungen und Extrusionen der Einlage nach periapikal sind die Gefahren des Einsatzes eines Lentulos.
Durch hochvolumiges, ultraschallaktiviertes Spülen sollten sämtliche Reste der Einlage sicher entfernt werden.
Durch hochvolumiges, ultraschallaktiviertes Spülen sollten sämtliche Reste der Einlage sicher entfernt werden.

Der Experte

Priv.-Doz. Dr. Tina Rödig

Abt. für Präventive Zahnmedizin, Universitätsklinik Göttingen

  • 1992-1997 Studium der Zahnheilkunde an der Georg-August-Universität Göttingen
  • Seit 1997 Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Zahnerhaltung der Georg-August-Universität Göttingen
  • 1998 Promotion
  • 2005 Ernennung zur Spezialistin für Endodontie (DGZ) und
  • Ernennung zur Oberärztin
  • Seit 2005 Mitglied im wissenschaftlicher Beirat der Fachzeitschrift "Endodontie" und Leiterin der DGET-Studiengruppe (Göttingen)
  • Seit 2009 Ko-Redakteurin der Fachzeitschrift "Endodontie"
  • 2012 Habilitation
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