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Abszessdiagnostik und -inzision - eine Einführung

Ein Abszess ist eine umkapselte Eiteransammlung in einer nicht präformierten Körperhöhle, die durch eine entzündliche Gewebseinschmelzung entsteht. Dr. Dr. Markus Tröltzsch erläutert die Grundlagen der Abszessdiagnostik und gibt wichtige, praxisnahe Hinweise zur Therapie. In den meisten Fällen ist der kariöse Befall der Zahnhartsubstanz die Ursache für eine intraorale Abszessbildung. Der bakterielle Befall der Pulpa zieht ohne eine frühzeitige Intervention das Fortschreiten der Entzündung in Richtung des Apex nach sich. Eine periapikale Läsion ist die Folge, die in manchen Fällen chronifiziert oder nach einer Perforation der knöchernen Strukturen sowie des Periosts in einem akuten Abszessgeschehen resultiert. Die zahnärztliche Diagnostik umfasst in solchen Fällen die Inspektion sowie die Palpation der Mukosa. Inwieweit sich das Entzündungsgeschehen auf benachbarte anatomische Strukturen bzw. den Organismus ausgebreitet hat, das heißt wie kritisch der Gesundheitszustand des Patienten zu beurteilen ist, sollte anhand der Überprüfung von Körperfunktionen wie der Mundöffnung, des Schluckaktes und der Atemtätigkeit erfasst werden. Ist der Allgemeinzustand des Patienten beeinträchtigt, sind oben genannte Körperfunktionen eingeschränkt, zeigt er bereits Symptome wie Fieber oder Schüttelfrost, oder sind beispielsweise schmerzhafte Schwellungen des medialen Augenwinkels feststellbar, gehören solche Situationen zu den Notfällen im zahnärztlichen Alltag und bedürfen eines umgehenden Einschreitens bzw. einer Überweisung an entsprechende Fachärzte. Die konventionelle Therapie eines akuten Abszesses beruht auf der intraoralen Eröffnung der Abszesshöhle mit anschließender Spülung derselben sowie der Applikation eines antibakteriellen Streifens. Vor allem im Bereich kritischer anatomischer Strukturen wie des N. mentalis oder des N. lingualis sollten marginale Schnittführungen einer direkten Inzision vorgezogen werden. In den Folgetagen ist der Patient täglich einzubestellen. Auf die Drainage sollte erst dann verzichtet werden, wenn die Symptome verschwunden und sich die Spüllösung klar und pusfrei darstellt. Von einer systemischen Antibiotikagabe kann bei einem gänzlich lokalisierten Abszess und dessen völliger Ausräumung abgesehen werden.

Abszessdiagnostik und -inzision - eine Einführung

Ein Abszess ist eine umkapselte Eiteransammlung in einer nicht präformierten Körperhöhle, die durch eine entzündliche Gewebseinschmelzung entsteht. Dr. Dr. Markus Tröltzsch erläutert die Grundlagen der Abszessdiagnostik und gibt wichtige, praxisnahe Hinweise zur Therapie. In den meisten Fällen ist der kariöse Befall der Zahnhartsubstanz die Ursache für eine intraorale Abszessbildung. Der bakterielle Befall der Pulpa zieht ohne eine frühzeitige Intervention das Fortschreiten der Entzündung in Richtung des Apex nach sich. Eine periapikale Läsion ist die Folge, die in manchen Fällen chronifiziert oder nach einer Perforation der knöchernen Strukturen sowie des Periosts in einem akuten Abszessgeschehen resultiert. Die zahnärztliche Diagnostik umfasst in solchen Fällen die Inspektion sowie die Palpation der Mukosa. Inwieweit sich das Entzündungsgeschehen auf benachbarte anatomische Strukturen bzw. den Organismus ausgebreitet hat, das heißt wie kritisch der Gesundheitszustand des Patienten zu beurteilen ist, sollte anhand der Überprüfung von Körperfunktionen wie der Mundöffnung, des Schluckaktes und der Atemtätigkeit erfasst werden. Ist der Allgemeinzustand des Patienten beeinträchtigt, sind oben genannte Körperfunktionen eingeschränkt, zeigt er bereits Symptome wie Fieber oder Schüttelfrost, oder sind beispielsweise schmerzhafte Schwellungen des medialen Augenwinkels feststellbar, gehören solche Situationen zu den Notfällen im zahnärztlichen Alltag und bedürfen eines umgehenden Einschreitens bzw. einer Überweisung an entsprechende Fachärzte. Die konventionelle Therapie eines akuten Abszesses beruht auf der intraoralen Eröffnung der Abszesshöhle mit anschließender Spülung derselben sowie der Applikation eines antibakteriellen Streifens. Vor allem im Bereich kritischer anatomischer Strukturen wie des N. mentalis oder des N. lingualis sollten marginale Schnittführungen einer direkten Inzision vorgezogen werden. In den Folgetagen ist der Patient täglich einzubestellen. Auf die Drainage sollte erst dann verzichtet werden, wenn die Symptome verschwunden und sich die Spüllösung klar und pusfrei darstellt. Von einer systemischen Antibiotikagabe kann bei einem gänzlich lokalisierten Abszess und dessen völliger Ausräumung abgesehen werden.

Über den Experten

Markus Tröltzsch

Dr. Dr. Markus Tröltzsch

Fachzahnarzt für Oralchirurgie und Vorsitzender der Akademie Praxis und Wissenschaften der DGZMK

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