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Die Qual der Wahl: Materialien für Kronen und Brücken auf natürlichen Pfeilern

Prof. Dr. Florian Beuer, Ludwig-Maximilian-Universität München, gibt einen Überblick über die derzeitigen Möglichkeiten der Materialwahl für Restaurationen auf natürlichen Pfeilern. Er stellt das keramische Konzept seiner Klinik vor, beruhend auf 3 verschiedenen Materialien, geht auf digitale Verblendkonzepte ein und diskutiert auch den aktuellen Stand der CAD-CAM-bearbeiteten Hochleistungspolymere. Prothetische Restaurationen aus Keramik genügen höchsten ästhetischen Ansprüchen und weisen eine hervorragende Biokompatibilität auf. Dr. Beuer teilt die Keramiken hinsichtlich ihrer Festigkeit in drei Klassen ein und erläutert, welche Restaurationsart, abhängig von ihrer intraoralen Lokalisation, aus welcher Dentalkeramik hergestellt werden sollte. Die mechanische Festigkeit der Keramik ist umso geringer, je höher ihr Glasanteil ist. Dieser zeichnet für die Transluzenz des Materials verantwortlich, eine Eigenschaft, die vor allem den Zahnschmelz natürlicher Zähne auszeichnet und die bei Restaurationen von Oberkiefer-Frontzähnen zu ästhetisch hervorragenden Ergebnissen führt. Solche Versorgungen aus Glaskeramik werden im Labor durch das Aufbrennen einzelner Keramikschichten hergestellt und bedürfen auf Seiten des Zahntechnikers eines profunden technischen Wissens. Geeignet sind diese Keramiken für Einzelkronen und Veneers. Aufgrund ihrer verhältnismäßig geringen Festigkeit können sie nicht mit konventionellen Zementen eingegliedert, sondern müssen adhäsiv befestigt werden. Allerdings bieten sie die Möglichkeit, sämtliche Wünsche des Patienten bezüglich der Form und der Farbe der Restauration mit einzubeziehen. Keramiken aus Lithiumdisilikat weisen mittlere Biegefestigkeiten von 360-400 Megapascal auf und sind für Einzelkronen und Brücken geeignet. Diese können gepresst oder durch subtraktive Verfahren (CAD/CAM) hergestellt werden. Sie müssen nicht zwangsläufig adhäsiv befestigt werden. Eine Ätzung mit Flusssäure allerdings erhöht ihre Stabilität aufgrund der Reduktion von Mikrospannungen. Zirkonoxid-Keramiken können dagegen nur mittels subtraktiver Verfahren gefertigt werden. Sie weisen Biegefestigkeiten von mehr als 1000 Megapascal auf und können zur Herstellung von Brückengerüsten, Primärkronen und Abutments verwendet werden. Ihre Politur gestaltet sich als äußerst schwierig. Ihre hohe mechanische Festigkeit allerdings äußert sich in einem sehr geringen Abrasionsverhalten. Patienten, die unter Bruxismus leiden, sollte daher von Restaurationen aus Zirkonoxid-Keramik abgeraten werden, da die Zahnhartsubstanz der Antagonisten einer zu großen Belastung durch die Keramik ausgesetzt würde.

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Die Qual der Wahl: Materialien für Kronen und Brücken auf natürlichen Pfeilern

Prof. Dr. Florian Beuer, Ludwig-Maximilian-Universität München, gibt einen Überblick über die derzeitigen Möglichkeiten der Materialwahl für Restaurationen auf natürlichen Pfeilern. Er stellt das keramische Konzept seiner Klinik vor, beruhend auf 3 verschiedenen Materialien, geht auf digitale Verblendkonzepte ein und diskutiert auch den aktuellen Stand der CAD-CAM-bearbeiteten Hochleistungspolymere. Prothetische Restaurationen aus Keramik genügen höchsten ästhetischen Ansprüchen und weisen eine hervorragende Biokompatibilität auf. Dr. Beuer teilt die Keramiken hinsichtlich ihrer Festigkeit in drei Klassen ein und erläutert, welche Restaurationsart, abhängig von ihrer intraoralen Lokalisation, aus welcher Dentalkeramik hergestellt werden sollte. Die mechanische Festigkeit der Keramik ist umso geringer, je höher ihr Glasanteil ist. Dieser zeichnet für die Transluzenz des Materials verantwortlich, eine Eigenschaft, die vor allem den Zahnschmelz natürlicher Zähne auszeichnet und die bei Restaurationen von Oberkiefer-Frontzähnen zu ästhetisch hervorragenden Ergebnissen führt. Solche Versorgungen aus Glaskeramik werden im Labor durch das Aufbrennen einzelner Keramikschichten hergestellt und bedürfen auf Seiten des Zahntechnikers eines profunden technischen Wissens. Geeignet sind diese Keramiken für Einzelkronen und Veneers. Aufgrund ihrer verhältnismäßig geringen Festigkeit können sie nicht mit konventionellen Zementen eingegliedert, sondern müssen adhäsiv befestigt werden. Allerdings bieten sie die Möglichkeit, sämtliche Wünsche des Patienten bezüglich der Form und der Farbe der Restauration mit einzubeziehen. Keramiken aus Lithiumdisilikat weisen mittlere Biegefestigkeiten von 360-400 Megapascal auf und sind für Einzelkronen und Brücken geeignet. Diese können gepresst oder durch subtraktive Verfahren (CAD/CAM) hergestellt werden. Sie müssen nicht zwangsläufig adhäsiv befestigt werden. Eine Ätzung mit Flusssäure allerdings erhöht ihre Stabilität aufgrund der Reduktion von Mikrospannungen. Zirkonoxid-Keramiken können dagegen nur mittels subtraktiver Verfahren gefertigt werden. Sie weisen Biegefestigkeiten von mehr als 1000 Megapascal auf und können zur Herstellung von Brückengerüsten, Primärkronen und Abutments verwendet werden. Ihre Politur gestaltet sich als äußerst schwierig. Ihre hohe mechanische Festigkeit allerdings äußert sich in einem sehr geringen Abrasionsverhalten. Patienten, die unter Bruxismus leiden, sollte daher von Restaurationen aus Zirkonoxid-Keramik abgeraten werden, da die Zahnhartsubstanz der Antagonisten einer zu großen Belastung durch die Keramik ausgesetzt würde.

Über den Experten

Florian Beuer

Priv.-Doz. Dr. Florian Beuer

Univ.-Prof. Zahnärztliche Prothetik, Alterszahnmedizin und Funktionslehre (Charité – Universitätsmedizin Berlin)

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