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Wurzelkanaldesinfektion - Teil 3: Medikamentöse Einlage

Die medikamentöse Einlage in das Wurzelkanalsystem ist das Thema des dritten Vortrages von Priv.-Doz. Dr. Tina Rödig, Universitätsmedizin Göttingen. Sie stellt dar, wann man auf eine medikamentöse Einlage nicht verzichten kann und wie lange sie liegen sollte. Dr. Rödig erläutert, welche Substanzen empfehlenswert sind und auf welche Art sie am besten eingebracht werden. Während man bei einem nicht infizierten Wurzelkanalsystem (Vitalexstirpation) gänzlich auf eine medikamentöse Einlage verzichten und die Wurzelbehandlung möglichst innerhalb einer Sitzung abschließen sollte, vermeidet das Einbringen antibakterieller Substanzen in einen kontaminierten Wurzelkanal eine bakterielle Rekolonisation zwischen den Behandlungen und ist somit absolut indiziert. Dabei sind Calciumhydroxid-Präparate das Mittel der Wahl. Durch ihre kontinuierliche Freisetzung von Hydroxyd-Ionen werden die bakterielle Zellmembran sowie die DNA irreversibel geschädigt. Des Weiteren ist ihre gewebeauflösende, antiresorptive Wirkung zu nennen. Die Liegezeit von Calciumhydroxid-Präparaten sollte ein bis drei Wochen möglichst nicht unterschreiten. Auch CHX-Gele eignen sich als medikamentöse Einlage, doch sind diese aufgrund ihrer fehlenden gewebeauflösenden Potenz nur in Fällen einer endodontischen Revision empfehlenswert. Ledermix, ein Kombinationspräparat aus einem Kortikosteroid und Tetrazyklin, hat sich in Fällen einer akuten Schmerzsymptomatik des Patienten bewährt. Allerdings ist die durch das Kortikosteroid inaktivierte Immunabwehr als mögliche Ursache für eine verzögerte oder gar gänzlich fehlende Heilung der periapikalen Läsion in Betracht zu ziehen. Vom Einsatz von Chlorphenolpräparaten sollte aufgrund deren unspezifischen Toxizität, ihrer gewebeschädigenden Wirkung und ihres möglichen kanzerogenen Potentials abgesehen werden. Die Applikation der medikamentösen Einlage kann durch ein Lentulo oder mittels geeigneter Injektionssysteme erfolgen. Bevor allerdings die definitive Wurzelfüllung eingebracht wird, sollte durch einen hochvolumigen, mitunter ultraschallaktivierten Spülvorgang ein vollständiges Entfernen der medikamentösen Einlage sichergestellt werden.

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Wurzelkanaldesinfektion - Teil 3: Medikamentöse Einlage

Die medikamentöse Einlage in das Wurzelkanalsystem ist das Thema des dritten Vortrages von Priv.-Doz. Dr. Tina Rödig, Universitätsmedizin Göttingen. Sie stellt dar, wann man auf eine medikamentöse Einlage nicht verzichten kann und wie lange sie liegen sollte. Dr. Rödig erläutert, welche Substanzen empfehlenswert sind und auf welche Art sie am besten eingebracht werden. Während man bei einem nicht infizierten Wurzelkanalsystem (Vitalexstirpation) gänzlich auf eine medikamentöse Einlage verzichten und die Wurzelbehandlung möglichst innerhalb einer Sitzung abschließen sollte, vermeidet das Einbringen antibakterieller Substanzen in einen kontaminierten Wurzelkanal eine bakterielle Rekolonisation zwischen den Behandlungen und ist somit absolut indiziert. Dabei sind Calciumhydroxid-Präparate das Mittel der Wahl. Durch ihre kontinuierliche Freisetzung von Hydroxyd-Ionen werden die bakterielle Zellmembran sowie die DNA irreversibel geschädigt. Des Weiteren ist ihre gewebeauflösende, antiresorptive Wirkung zu nennen. Die Liegezeit von Calciumhydroxid-Präparaten sollte ein bis drei Wochen möglichst nicht unterschreiten. Auch CHX-Gele eignen sich als medikamentöse Einlage, doch sind diese aufgrund ihrer fehlenden gewebeauflösenden Potenz nur in Fällen einer endodontischen Revision empfehlenswert. Ledermix, ein Kombinationspräparat aus einem Kortikosteroid und Tetrazyklin, hat sich in Fällen einer akuten Schmerzsymptomatik des Patienten bewährt. Allerdings ist die durch das Kortikosteroid inaktivierte Immunabwehr als mögliche Ursache für eine verzögerte oder gar gänzlich fehlende Heilung der periapikalen Läsion in Betracht zu ziehen. Vom Einsatz von Chlorphenolpräparaten sollte aufgrund deren unspezifischen Toxizität, ihrer gewebeschädigenden Wirkung und ihres möglichen kanzerogenen Potentials abgesehen werden. Die Applikation der medikamentösen Einlage kann durch ein Lentulo oder mittels geeigneter Injektionssysteme erfolgen. Bevor allerdings die definitive Wurzelfüllung eingebracht wird, sollte durch einen hochvolumigen, mitunter ultraschallaktivierten Spülvorgang ein vollständiges Entfernen der medikamentösen Einlage sichergestellt werden.

Über die Expertin

Tina Rödig

Priv.-Doz. Dr. Tina Rödig

Zahnärztin und Spezialistin für Endodontie

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